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<title>Liliom</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Liliom</span></h1>
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<table class="float-right infobox toptextcells wikitable" style="font-size:95%; margin-top:0; width:280px;">
<tbody><tr>
<th colspan="2">Daten
</th></tr>
<tr>
<td style="width:40%;">Titel:
</td>
<td style="width:60%;"><b>Liliom</b>
</td></tr>
<tr>
<td>Originaltitel:
</td>
<td><b>Liliom</b>
</td></tr>
<tr>
<td>Gattung:
</td>
<td>Schauspiel
</td></tr>
<tr>
<td>Originalsprache:
</td>
<td><a href="Ungarische_Sprache" title="Ungarische Sprache">ungarisch</a>
</td></tr>
<tr>
<td>Autor:
</td>
<td><a href="Ferenc_Moln%C3%A1r" title="Ferenc Molnár">Ferenc Molnár</a>
</td></tr>
<tr>
<td>Erscheinungsjahr:
</td>
<td>1909
</td></tr>
<tr>
<td>Uraufführung:
</td>
<td>7. Dezember 1909
</td></tr>
<tr>
<td>Ort der Uraufführung:
</td>
<td>Vígszínház (Lustspieltheater) in Budapest
</td></tr>
<tr>
<th colspan="2" style="text-align:left;">Personen
</th></tr>
<tr>
<td colspan="2">
<ul><li>Liliom</li>
<li>Julie</li>
<li>Marie</li>
<li>Frau Muskat</li>
<li>Luise</li>
<li>Frau Hollunder</li>
<li>Ficsur</li>
<li>Der junge Hollunder</li>
<li>Wolf Beifeld</li>
<li>Der Drechsler</li>
<li>Linzmann</li>
<li>Der Stadthauptmann</li>
<li>Berkovics</li>
<li>Der Polizeikonzipist</li>
<li>Ein alter Schutzmann</li>
<li>Zwei berittene Polizisten</li>
<li>Der Breitenseer Polizist</li>
<li>Zwei Detektivs</li>
<li>Arzt</li>
<li>Dr. Reich</li>
<li>Stephan Kadar</li></ul>
</td></tr></tbody></table>
<p><b>Liliom</b> ist der Titel des berühmtesten Theaterstückes des <a href="Magyaren" title="Magyaren">ungarischen</a> <a href="Drama" title="Drama">Dramatikers</a> <a href="Ferenc_Moln%C3%A1r" title="Ferenc Molnár">Ferenc Molnár</a>, für die deutsche Bühne bearbeitet von <a href="Alfred_Polgar" title="Alfred Polgar">Alfred Polgar</a> als „Vorstadtlegende in 7 Bildern und einem szenischen <a href="Prolog_(Literatur)" title="Prolog (Literatur)">Prolog</a>“. Die Uraufführung war am 7. Dezember 1909 im <a href="V%C3%ADgsz%C3%ADnh%C3%A1z" title="Vígszínház">Vígszínház</a> (<a href="Budapest" title="Budapest">Budapest</a>), die erste deutschsprachige Aufführung 1912 im <a href="Berlin" title="Berlin">Berliner</a> <a href="Lessingtheater_(Berlin)" title="Lessingtheater (Berlin)">Lessing-Theater</a>, die erste erfolgreiche Aufführung am 28. Februar 1913 im <a href="Theater_in_der_Josefstadt" title="Theater in der Josefstadt">Theater in der Josefstadt</a> in <a href="Wien" title="Wien">Wien</a> (in der deutschen Fassung von Alfred Polgar).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Inhalt">Inhalt</h2></div>
<p>Liliom ist <a href="Rekommandeur" title="Rekommandeur">Rekommandeur</a> eines <a href="Karussell" title="Karussell">Karussells</a> im <a href="Budapest" title="Budapest">Budapester</a> <a href="Stadtw%C3%A4ldchen" title="Stadtwäldchen">Stadtwäldchen</a> (in der deutschen Übersetzung im <a href="Wiener_Prater" title="Wiener Prater">Wiener Prater</a>). Er ist bei der Karussellbesitzerin Frau Muskat angestellt und ihr Liebhaber. Als er sich in das <a href="Dienstm%C3%A4dchen" class="mw-redirect" title="Dienstmädchen">Dienstmädchen</a> Julie verliebt und Frau Muskat deswegen das Dienstmädchen eifersüchtig beschimpft, gibt er ihretwegen seine Stellung auf. Die beiden heiraten und finden Wohnung in der Bretterbude des Schnell<a href="Fotograf" title="Fotograf">fotografen</a> Hollunder. Dort beklagt sich Julie bei ihrer Freundin Marie, dass Liliom arbeitsscheu sei und sie sogar schlage. Obwohl Liliom seine Frau liebt, schlägt er sie oft aus Kummer über seine Arbeitslosigkeit und um seine leicht verletzbaren <a href="Schamgef%C3%BChl" title="Schamgefühl">Gefühle</a> zu verbergen.
</p><p>Liliom kommt mit der Unterweltfigur Ficsur nach Hause. Er lehnt stolz ab, als Frau Muskat ihm seinen alten Posten beim Ringelspiel wieder anbietet. Die Not des Ehepaares wird besonders drückend, als Julie ein Kind erwartet. Liliom ist zwar glücklich, fühlt aber zum ersten Mal im Leben eine Art Verantwortungsbewusstsein und muss für seine Familie sorgen. Um einen Ausweg zu finden, lässt sich Liliom zu einem <a href="Raub%C3%BCberfall" class="mw-redirect" title="Raubüberfall">Raubüberfall</a> auf Linzmann, den Kassierer einer Fabrik, verleiten. Laut Ficsur soll Linzmann jeden Samstag zu einer bestimmten Zeit mit 16.000 Kronen am Bahndamm vorbeigehen. Liliom müsse den Kassierer nur fragen, wie spät es sei, und Ficsur würde diesen von hinten erstechen. Liliom nimmt Frau Hollunders Küchenmesser an sich. Während Liliom und Ficsur am Bahndamm auf ihr Opfer warten, spielen sie Karten, und Liliom verliert 9.600 Kronen, also mehr als seinen erwarteten Anteil. Der Plan misslingt, Linzmann zieht eine Pistole und ruft zwei berittene Polizisten herbei, die in der Nähe patrouillieren. Ficsur kann entkommen, doch Liliom ersticht sich vor der Verhaftung. Als er auf einer Bahre ins Atelier der Frau Hollunder getragen wird, kann er Julie nur noch ein paar Worte über sein verfehltes Leben sagen, bevor er stirbt. Julie bleibt mit dem Toten allein und spricht zärtlich zu ihm.
</p><p>Zwei „Polizisten Gottes“ bringen den Toten vor das himmlische Selbstmördergericht, vor dem er schließlich gestehen muss, dass er sich aus Liebe zu Julie und dem ungeborenen Kind umgebracht hat. Nach sechzehn Jahren Buße bekommt er die Erlaubnis, für einen Tag auf die Erde zurückzukehren, um etwas Gutes zu tun. Unterwegs stiehlt er einen Stern für seine Tochter Luise. In der Gestalt eines Bettlers gibt sich Liliom vor seiner Familie als Freund des Verstorbenen aus und erzählt seiner inzwischen herangewachsenen Tochter so lange die bittere Wahrheit über ihren Vater, bis Julie den unerkannten Gast des Hauses verweist. Als Liliom dem Mädchen zornig auf die Hand schlägt, spürt es keinen Schmerz. Es ist ihr, als habe man ihre Hand liebevoll gestreichelt. Die himmlischen Detektive führen Liliom kopfschüttelnd ab. Nun fragt das Mädchen seine Mutter, ob es denn möglich sei, dass ein so heftiger Schlag nicht weh tue. Julie antwortet: „Es ist möglich, mein Kind, dass einen jemand schlägt, und es tut gar nicht weh.“
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Der_Autor_zum_Stück"><span id="Der_Autor_zum_St.C3.BCck"></span>Der Autor zum Stück</h2></div>
<p>Anlässlich der <i>Liliom</i>-Uraufführung am 7. Dezember 1909 im Budapester Vígszínház Theater wurde Franz Molnár von der täglich erscheinenden <i>Magyar Szinpad</i> (<i>Ungarische Bühne</i>) aufgefordert, eine Vorankündigung zu <i>Liliom</i> in der Rubrik <i>Der Autor über sein Stück</i> zu schreiben:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Jeder hat schon einmal eine Schießbude im Stadtwäldchen gesehen. Erinnern Sie sich daran, wie kindisch, wie komisch alle Figuren dargestellt sind? Arme, schlechte Schildermaler malen diese Figuren so, wie sie sich das Leben vorstellen. Ich wollte das Stück auch in solcher Weise schreiben. Mit den Gedanken eines armen Schaukelgesellen im Stadtwäldchen, mit seiner Phantasie und seiner Ungehobeltheit.“
</p>
</blockquote>
</div><div class="cite" style="margin:-1em 0 1em 1em;">– <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261921330">
/* start https://de.wikipedia.org/ */
.mw-parser-output .Person{font-variant:small-caps}
/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><span class="Person h-card">Franz Molnár</span><sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></div></div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Aufführungsgeschichte"><span id="Auff.C3.BChrungsgeschichte"></span>Aufführungsgeschichte</h2></div>
<p>Franz Molnár hatte neben zahllosen <a href="Humoreske" title="Humoreske">Humoresken</a> und <a href="Satire" title="Satire">Satiren</a> bereits mehrere <a href="B%C3%BChnenwerk" title="Bühnenwerk">Bühnenwerke</a> herausgebracht, als er sich als Einunddreißigjähriger eines Nachts im <a href="Budapest" title="Budapest">Budapester</a> <a href="Caf%C3%A9_New_York" title="Café New York">Café New York</a> entschloss, seine Vorstadtlegende Liliom zu verfassen. Dieses <a href="Kaffeehausliteratur" title="Kaffeehausliteratur">Stammcafé</a> der <a href="Literat" title="Literat">Literaten</a> war sein bevorzugter Arbeitsplatz. Er schrieb in „Sibirien“, wie ein Erkerausbau im prunkvollen Café genannt wurde, in unmittelbarer Nähe der Militärkapelle, die allabendlich aufspielte; in einundzwanzig Tagen war das Stück vollendet.
</p><p>Das elegante Premierenpublikum im <a href="Budapest" title="Budapest">Budapester</a> Lustspieltheater Vígszínház am 7. Dezember 1909 war an leichte und amüsante französische Kost gewöhnt, es kam hauptsächlich ins Theater, um die Schauspieler in den neuesten Pariser Modellen bewundern zu können. In Liliom stand aber der beliebte Darsteller Gyula Hegedűs plötzlich als Vorstadthallodri in ausgefransten Hosen auf der Bühne, ein Affront, wie viele fanden. Liliom wurde von der Tagespresse – bis auf wenige Ausnahmen – verrissen. Für <a href="Poesie" title="Poesie">Poesie</a> auf der <a href="B%C3%BChne_(Theater)" title="Bühne (Theater)">Bühne</a> fehlte dem damaligen Budapester Publikum das Verständnis.
</p><p>Es folgte 1912 die deutschsprachige Erstaufführung im <a href="Berlin" title="Berlin">Berliner</a> <a href="Lessingtheater_(Berlin)" title="Lessingtheater (Berlin)">Lessing-Theater</a> nach einer Übertragung von <a href="Alfred_Polgar" title="Alfred Polgar">Alfred Polgar</a>, welche ebenfalls ein Misserfolg war.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die erste erfolgreiche Aufführung (und zugleich auch der Durchbruch für <i>Liliom</i>) war am 28. Februar 1913 im <a href="Theater_in_der_Josefstadt" title="Theater in der Josefstadt">Theater in der Josefstadt</a> in Wien. Polgar hatte das Stück in ein österreichisches Idiom versetzt, es in den <a href="Wiener_Prater" title="Wiener Prater">Wiener Prater</a> verlegt und dem ungarischen Original einen Prolog hinzugefügt, der Direktor <a href="Josef_Jarno" title="Josef Jarno">Josef Jarno</a> spielte die Titelrolle, seine Gattin, die beliebte <a href="Volksschauspieler" title="Volksschauspieler">Volksschauspielerin</a> <a href="Hansi_Niese" title="Hansi Niese">Hansi Niese</a>, spielte die Julie. Dieser Aufführung folgten hymnische Kritiken, mit der Bearbeitung des Theaterstückes zwischen <a href="M%C3%A4rchen" title="Märchen">Märchen</a> und <a href="Sozialdrama" class="mw-redirect" title="Sozialdrama">Sozialdrama</a> durch Polgar trat <i>Liliom</i> seinen internationalen Siegeszug an und wurde in der Folge von <a href="Berlin" title="Berlin">Berlin</a> über <a href="Amsterdam" title="Amsterdam">Amsterdam</a> und von <a href="London" title="London">London</a> bis <a href="New_York_City" title="New York City">New York</a> gespielt.
</p><p>Der italienische Opernkomponist <a href="Giacomo_Puccini" title="Giacomo Puccini">Giacomo Puccini</a> war von Liliom so begeistert, dass er bei Molnar anfragte, ob dieser ihm das Stück zur Vertonung überlassen würde. Molnár verweigerte die Zustimmung mit der Begründung: „Wenn Sie mein Stück vertonen, wird alle Welt von einer Puccini-Oper sprechen. So aber bleibt es ein Stück von Molnár.“
</p><p>Die erste Vertonung als Oper erfolgte durch die österreichische Komponistin <a href="Johanna_Doderer" title="Johanna Doderer">Johanna Doderer</a>, uraufgeführt am 4. November 2016 in München durch das <a href="Staatstheater_am_G%C3%A4rtnerplatz" title="Staatstheater am Gärtnerplatz">Staatstheater am Gärtnerplatz</a>.
</p><p>1945 diente das Stück <a href="Richard_Rodgers" title="Richard Rodgers">Richard Rodgers</a> und <a href="Oscar_Hammerstein_II" title="Oscar Hammerstein II">Oscar Hammerstein II</a> als Vorlage für das erfolgreiche <a href="Broadway_(Theater)" title="Broadway (Theater)">Broadway</a>-<a href="Musical" title="Musical">Musical</a> <a href="Carousel_(Musical)" title="Carousel (Musical)">Carousel</a> (für welches sie auch das später durch <a href="Frank_Sinatra" title="Frank Sinatra">Frank Sinatra</a> und als Fußballhymne bekannt gewordene Lied <i><a href="You%E2%80%99ll_Never_Walk_Alone" title="You’ll Never Walk Alone">You’ll Never Walk Alone</a></i> schrieben).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Inszenierungen">Inszenierungen</h3></div>
<p>Der Liliom gehört zu den Paraderollen für Schauspieler. Verkörpert haben ihn u. a. <a href="Hans_Albers" title="Hans Albers">Hans Albers</a> (der sie über 1800-mal spielte), <a href="Harald_Juhnke" title="Harald Juhnke">Harald Juhnke</a>, <a href="Charles_Boyer" title="Charles Boyer">Charles Boyer</a>, <a href="Max_Pallenberg" title="Max Pallenberg">Max Pallenberg</a>, <a href="Karl_Paryla" title="Karl Paryla">Karl Paryla</a>, <a href="Paul_H%C3%B6rbiger" title="Paul Hörbiger">Paul Hörbiger</a>, <a href="Curd_J%C3%BCrgens" title="Curd Jürgens">Curd Jürgens</a>, <a href="Hans_Putz" title="Hans Putz">Hans Putz</a>, <a href="Heinz_Conrads" title="Heinz Conrads">Heinz Conrads</a>, <a href="Josef_Meinrad" title="Josef Meinrad">Josef Meinrad</a>, <a href="Wolfgang_B%C3%B6ck_(Schauspieler)" title="Wolfgang Böck (Schauspieler)">Wolfgang Böck</a>, <a href="Karlheinz_Hackl" title="Karlheinz Hackl">Karlheinz Hackl</a>, <a href="Robert_Palfrader" title="Robert Palfrader">Robert Palfrader</a>, <a href="Stefanie_Reinsperger" title="Stefanie Reinsperger">Stefanie Reinsperger</a>; die Julie spielten u. a. <a href="Ingrid_Bergman" title="Ingrid Bergman">Ingrid Bergman</a>, <a href="Hanna_Schygulla" title="Hanna Schygulla">Hanna Schygulla</a>, <a href="Inge_Konradi" title="Inge Konradi">Inge Konradi</a>, <a href="Gertraud_Jesserer" title="Gertraud Jesserer">Gertraud Jesserer</a>, <a href="Martha_Wallner" title="Martha Wallner">Martha Wallner</a>, <a href="Andrea_Clausen" title="Andrea Clausen">Andrea Clausen</a>, <a href="Fritzi_Haberlandt" title="Fritzi Haberlandt">Fritzi Haberlandt</a>, <a href="Maresi_Riegner" title="Maresi Riegner">Maresi Riegner</a>; als Ficsur sah man u. a. <a href="Helmut_Qualtinger" title="Helmut Qualtinger">Helmut Qualtinger</a>, <a href="Hugo_Gottschlich" title="Hugo Gottschlich">Hugo Gottschlich</a>, <a href="Heinz_Petters" title="Heinz Petters">Heinz Petters</a> und <a href="Hanno_P%C3%B6schl" title="Hanno Pöschl">Hanno Pöschl</a>.
</p><p>1913 <a href="Theater_in_der_Josefstadt" title="Theater in der Josefstadt">Theater in der Josefstadt</a> Wien. Regie: <a href="Josef_Jarno" title="Josef Jarno">Josef Jarno</a> (Uraufführung der Wiener Fassung), mit Josef Jarno als Liliom und <a href="Hansi_Niese" title="Hansi Niese">Hansi Niese</a> als Julie.
</p><p>1922 <a href="Theater_am_Kurf%C3%BCrstendamm" class="mw-redirect" title="Theater am Kurfürstendamm">Theater am Kurfürstendamm</a> Berlin, mit <a href="Max_Pallenberg" title="Max Pallenberg">Max Pallenberg</a> (Liliom), <a href="Lucie_H%C3%B6flich" title="Lucie Höflich">Lucie Höflich</a> (Marie), Ilka Güning (Frau Muskat), <a href="Paul_Morgan_(Schauspieler)" title="Paul Morgan (Schauspieler)">Paul Morgan</a> (Fiscur)
</p><p>1931 <a href="Volksb%C3%BChne_Berlin" class="mw-redirect" title="Volksbühne Berlin">Volksbühne Berlin</a>, Regie: <a href="Karlheinz_Martin" title="Karlheinz Martin">Karlheinz Martin</a> (Berliner Fassung), mit <a href="Hans_Albers" title="Hans Albers">Hans Albers</a> und <a href="Therese_Giehse" title="Therese Giehse">Therese Giehse</a> als Frau Muskat; für Albers wurde der Walzer <i>Komm auf die Schaukel, Luise</i> (Musik: <a href="Theo_Mackeben" title="Theo Mackeben">Theo Mackeben</a>; Text: <a href="Alfred_Polgar" title="Alfred Polgar">Alfred Polgar</a>) hinzugefügt. Das Stück wurde nach 1933 aufgrund der jüdischen Herkunft des Autors von den Spielplänen gestrichen, worauf Albers in der Folge keine Bühnenrollen mehr übernahm. Erst am 25. April 1946 hatte <i>Liliom</i> wieder am <a href="Hebbel-Theater" title="Hebbel-Theater">Hebbel-Theater</a> in Berlin mit Hans Albers in der Titelrolle Premiere, wo er erstmals seit 12 Jahren wieder auf der Bühne stand. 1948 inszenierte <a href="Karl_Heinz_Martin" class="mw-redirect" title="Karl Heinz Martin">Karl Heinz Martin</a> das Stück erneut am Theater <i>Die Auslese</i> in Hamburg, wieder mit Hans Albers. Der Kritiker <a href="Friedrich_Luft" title="Friedrich Luft">Friedrich Luft</a> feierte Albers, indem er ein für alle Mal dem Begriff <i><a href="Volksschauspieler" title="Volksschauspieler">Volksschauspieler</a></i>, den man Hans Albers wohlwollend zusprach, alles Herabsetzende nahm.
</p>
<dl><dd>„Man geht hin, ihn zu sehen, sich an seinem unbeschnipselten Selbstbewußtsein zu stärken. Denn Schwierigkeiten mit sich selbst scheint Albers nicht zu kennen, er ist immer mit Hans Albers gründlich zufrieden. Er strahlt, er gefällt sich erst einmal selber, darum gefällt er auch den Leuten so gut. Kerle wie er sind ein Gottesgeschenk, weil man selbst so gerne wäre...“</dd></dl>
<p>1940 spielte <a href="Ingrid_Bergman" title="Ingrid Bergman">Ingrid Bergman</a> die Julie in einer amerikanischen Inszenierung mit <a href="Burgess_Meredith" title="Burgess Meredith">Burgess Meredith</a>. Liliom entwickelte sich zum Liebling im Repertoire.
</p><p>1946 <a href="Bayerisches_Staatsschauspiel" title="Bayerisches Staatsschauspiel">Bayerisches Staatsschauspiel</a>, Theater im Brunnenhof. Inszenierung <a href="Friedrich_Ulmer_(Schauspieler)" title="Friedrich Ulmer (Schauspieler)">Friedrich Ulmer</a>, mit <a href="Curd_J%C3%BCrgens" title="Curd Jürgens">Curd Jürgens</a> (Liliom) und <a href="Christa_Berndl" title="Christa Berndl">Christa Berndl</a> (Luise) (Premiere 24. Juli 1946)
</p><p>1946 <a href="Burgtheater" title="Burgtheater">Burgtheater</a> Wien (im Redoutensaal). Regie: <a href="Philipp_Zeska" title="Philipp Zeska">Philipp Zeska</a>, mit <a href="Paul_H%C3%B6rbiger" title="Paul Hörbiger">Paul Hörbiger</a> (Liliom), <a href="Alma_Seidler" title="Alma Seidler">Alma Seidler</a> (Julie), <a href="Elfriede_Ott" title="Elfriede Ott">Elfriede Ott</a> (Luise), <a href="Maria_Eis" title="Maria Eis">Maria Eis</a> (Frau Muskat), <a href="Maria_Kramer_(Schauspielerin)" title="Maria Kramer (Schauspielerin)">Maria Kramer</a> (Marie), <a href="Lilly_Karoly" title="Lilly Karoly">Lilly Karoly</a> (Frau Hollunder), <a href="Oskar_Werner" title="Oskar Werner">Oskar Werner</a> (der junge Hollunder)
</p><p>1951 Aufführung mit <a href="Curd_J%C3%BCrgens" title="Curd Jürgens">Curd Jürgens</a> (Liliom) und <a href="Heidemarie_Hatheyer" title="Heidemarie Hatheyer">Heidemarie Hatheyer</a> (Julie)
</p><p>1953 <a href="Wiener_Volkstheater" class="mw-redirect" title="Wiener Volkstheater">Wiener Volkstheater</a>. Regie: <a href="G%C3%BCnther_Haenel" title="Günther Haenel">Günther Haenel</a>, mit <a href="Hans_Putz" title="Hans Putz">Hans Putz</a> (Liliom), <a href="Martha_Wallner" title="Martha Wallner">Martha Wallner</a> (Julie), <a href="Hugo_Gottschlich" title="Hugo Gottschlich">Hugo Gottschlich</a> (Ficsur), <a href="Hilde_Sochor" title="Hilde Sochor">Hilde Sochor</a> (Marie), <a href="Dorothea_Neff" title="Dorothea Neff">Dorothea Neff</a> (Frau Hollunder), <a href="Walter_Kohut" title="Walter Kohut">Walter Kohut</a> (Der junge Hollunder), <a href="Otto_Schenk" title="Otto Schenk">Otto Schenk</a> (Wolf Beifeld), <a href="Ernst_Meister_(Schauspieler)" title="Ernst Meister (Schauspieler)">Ernst Meister</a> (Stephan Kadar), <a href="Lotte_Ledl" title="Lotte Ledl">Lotte Ledl</a> (Luise), <a href="Oskar_Wegrostek" title="Oskar Wegrostek">Oskar Wegrostek</a> (Stadthauptmann)
</p><p>1963 <a href="Burgtheater" title="Burgtheater">Burgtheater</a> Wien. Regie: <a href="Kurt_Meisel" title="Kurt Meisel">Kurt Meisel</a>, mit <a href="Josef_Meinrad" title="Josef Meinrad">Josef Meinrad</a> (Liliom), <a href="Inge_Konradi" title="Inge Konradi">Inge Konradi</a> (Julie), <a href="Hans_Moser" title="Hans Moser">Hans Moser</a> (Polizeikonzipist), <a href="Susi_Nicoletti" title="Susi Nicoletti">Susi Nicoletti</a> (Frau Muskat), <a href="Lotte_Ledl" title="Lotte Ledl">Lotte Ledl</a> (Marie), <a href="Michael_Janisch" title="Michael Janisch">Michael Janisch</a> (Fiscur)
</p><p>1971 <a href="Wiener_Volkstheater" class="mw-redirect" title="Wiener Volkstheater">Wiener Volkstheater</a>. Regie: <a href="Gustav_Manker" title="Gustav Manker">Gustav Manker</a>, mit <a href="Hans_Putz" title="Hans Putz">Hans Putz</a> (Liliom), <a href="Elfriede_Ramhapp" title="Elfriede Ramhapp">Elfriede Ramhapp</a> (Julie), <a href="Hilde_Sochor" title="Hilde Sochor">Hilde Sochor</a> (Frau Muskat), <a href="Heinz_Petters" title="Heinz Petters">Heinz Petters</a> (Fiscur), <a href="Brigitte_Swoboda" title="Brigitte Swoboda">Brigitte Swoboda</a> (Marie), <a href="Maria_Englstorfer" title="Maria Englstorfer">Maria Englstorfer</a> (Frau Hollunder), <a href="Franz_Morak" title="Franz Morak">Franz Morak</a> (Der junge Hollunder), <a href="Carlo_B%C3%B6hm" title="Carlo Böhm">Carlo Böhm</a> (Stefan Kadar), Susanne Granzer (Luise), Gustav Dieffenbacher (Polizeikonzipist)
</p><p>1972 <a href="Schauspielhaus_Bochum" title="Schauspielhaus Bochum">Schauspielhaus Bochum</a>, Regie: <a href="Rainer_Werner_Fassbinder" title="Rainer Werner Fassbinder">Rainer Werner Fassbinder</a>, mit Liliom (<a href="Wolfgang_Schenck_(Schauspieler)" title="Wolfgang Schenck (Schauspieler)">Wolfgang Schenck</a>), Julie (<a href="Hanna_Schygulla" title="Hanna Schygulla">Hanna Schygulla</a>), Marie (<a href="Irm_Hermann" title="Irm Hermann">Irm Hermann</a>), Frau Muskat (<a href="Margit_Carstensen" title="Margit Carstensen">Margit Carstensen</a>), Luise (<a href="Jutta_Wachsmann" title="Jutta Wachsmann">Jutta Wachsmann</a>), Fiscur (<a href="Kurt_Raab" title="Kurt Raab">Kurt Raab</a>), Frau Hollunder (<a href="Ingrid_Caven" title="Ingrid Caven">Ingrid Caven</a>), Der junge Hollunder (Rudolf W. Brem), Wolf Beifeld (<a href="Peter_Kern_(Schauspieler)" title="Peter Kern (Schauspieler)">Peter Kern</a>), Drechsler, Linzmann (Rainer Hauer), Stadthauptmann (<a href="Ulli_Lommel" title="Ulli Lommel">Ulli Lommel</a>), Berkovice (Karl von Liebezeit), Polizeikonzipist (Margit Carstensen), 2 Polizisten (Karl von Liebezeit, Ulli Lommel), Liliom im Himmel (Kurt Raab), <a href="El_Hedi_ben_Salem" title="El Hedi ben Salem">El Hedi ben Salem</a> (Engel); Musik: <a href="Peer_Raben" title="Peer Raben">Peer Raben</a>
</p>
<dl><dd>„Liliom, Rummelplatzausrufer mit Charme und Vitalität, dazu ein leichtsinniger und verspielter Vorstadt-Casanova, gibt seine Stellung auf einem Pariser Kirmesplatz auf wegen des Dienstmädchens Julie, das ein Kind von ihm erwartet. Zunächst überglücklich, versinkt er bald in Verzweiflung und lässt sich von einem Saufkumpan für einen Raubüberfall gewinnen. Als der Coup misslingt, begeht Liliom auf der Flucht vor der Polizei Selbstmord. Zwei schwarz gekleidete Herren geleiten ihn vor das himmlische Kommissariat, wo Liliom seinen Prozess bekommt. Filmaufnahmen werden als Beweismaterial vorgeführt, die demonstrieren, wie er grundlos seine Frau geohrfeigt hat. Dafür muss er sechzehn Jahre Höllenfeuer erleiden. Dann darf er einen Tag zurück auf die Erde, um seiner herangewachsenen Tochter etwas Gutes zu tun. Als Fremder spricht er sie an und schildert ihr den nie gekannten Vater als Taugenichts. Als sie sich weigert, das zu glauben, erregt er sich so, dass er unbeherrscht sein Kind ohrfeigt. Der Unterteufel triumphiert, die Engel haben es schon immer gewusst: Liliom ist ein unverbesserlicher Mensch! Erneute Strafe droht, doch die Tränen von Mutter und Tochter, die der Erinnerung an Liliom gelten, fallen auf die Waage der himmlischen Gerechtigkeit und geben den Ausschlag zu seinen Gunsten.“<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></dd></dl>
<p>1974 <a href="Schauspiel_Frankfurt" title="Schauspiel Frankfurt">Schauspiel Frankfurt</a>, Regie: <a href="Hans_Neuenfels" title="Hans Neuenfels">Hans Neuenfels</a>, mit <a href="Gottfried_John" title="Gottfried John">Gottfried John</a>, <a href="Elisabeth_Trissenaar" title="Elisabeth Trissenaar">Elisabeth Trissenaar</a>, Lore Stepanek, Wilfried Elste, Eva-Maria Strien, <a href="Hermann_Treusch" title="Hermann Treusch">Hermann Treusch</a>, <a href="Christian_Redl_(Schauspieler)" title="Christian Redl (Schauspieler)">Christian Redl</a>
</p><p>1981 <a href="Bregenzer_Festspiele" title="Bregenzer Festspiele">Bregenzer Festspiele</a>, Regie: <a href="Ernst_Haeusserman" title="Ernst Haeusserman">Ernst Haeusserman</a>, mit <a href="Heinz_Marecek" title="Heinz Marecek">Heinz Marecek</a> (Liliom), <a href="Maria_Bill" title="Maria Bill">Maria Bill</a> (Julie), <a href="Dolores_Schmidinger" title="Dolores Schmidinger">Dolores Schmidinger</a> (Marie), <a href="Erni_Mangold" title="Erni Mangold">Erni Mangold</a> (Frau Muskat), <a href="Michael_Schottenberg" title="Michael Schottenberg">Michael Schottenberg</a> (Ficsur), <a href="Hans_Thimig" title="Hans Thimig">Hans Thimig</a> (Polizeikonzipist)
</p><p>1985/86 <a href="Volkstheater_Wien" class="mw-redirect" title="Volkstheater Wien">Volkstheater Wien</a>, Regie: <a href="Dietmar_Pflegerl" title="Dietmar Pflegerl">Dietmar Pflegerl</a>, mit <a href="Wolfgang_B%C3%B6ck_(Schauspieler)" title="Wolfgang Böck (Schauspieler)">Wolfgang Böck</a> (Liliom), Ulrike Jackwerth (Julie), <a href="Katharina_Manker" class="mw-redirect" title="Katharina Manker">Katharina Manker</a> (Marie), Wolfgang Böck wurde mit dem <a href="Karl-Skraup-Preis" title="Karl-Skraup-Preis">Karl-Skraup-Preis</a> ausgezeichnet.
</p><p>1986 <a href="Theater_am_Meer_%E2%80%93_Niederdeutsche_B%C3%BChne_Wilhelmshaven" title="Theater am Meer – Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven">Theater am Meer – Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven</a>, Erstaufführung in Niederdeutscher Sprache am 7. November 1986, Regie: Harald Dornseiff, mit Liliom (<a href="Arnold_Preu%C3%9F" title="Arnold Preuß">Arnold Preuß</a>), Julie (Marion Zomerland)<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>1991 Sommerspiele Berndorf, Regie: Felix Dvorak, mit Wilfried Scheutz (Liliom), Daniela Markus (Julie), Hans Holt (Konzipist), sowie Erich Padalewski, Erne Seder, Bert Fortell, Geula Nuni, Felix Dvorak
</p><p>1993 <a href="Burgtheater" title="Burgtheater">Burgtheater</a> Wien, Regie: <a href="Paulus_Manker" title="Paulus Manker">Paulus Manker</a>, mit <a href="Karlheinz_Hackl" title="Karlheinz Hackl">Karlheinz Hackl</a> (Liliom), <a href="Andrea_Clausen" title="Andrea Clausen">Andrea Clausen</a> (Julie), <a href="Gertraud_Jesserer" title="Gertraud Jesserer">Gertraud Jesserer</a> (Frau Muskat), <a href="Maria_Happel" title="Maria Happel">Maria Happel</a> (Marie), <a href="Johann_Adam_Oest" title="Johann Adam Oest">Johann Adam Oest</a> (Wolf Beifeld), <a href="Hanno_P%C3%B6schl" title="Hanno Pöschl">Hanno Pöschl</a> (Fiscur), <a href="Ingrid_Burkhard" title="Ingrid Burkhard">Ingrid Burkhard</a> (Frau Hollunder), <a href="Pavel_Landovsk%C3%BD" title="Pavel Landovský">Pavel Landovský</a> (Stefan Kadar), <a href="Eva_Herzig" title="Eva Herzig">Eva Herzig</a> (Luise), <a href="Johannes_Krisch" title="Johannes Krisch">Johannes Krisch</a> (Himmelspolizist), <a href="Haymon_Maria_Buttinger" title="Haymon Maria Buttinger">Haymon Maria Buttinger</a> (Himmelspolizist), <a href="Karl_Fischer_(Schauspieler%2C_1956)" title="Karl Fischer (Schauspieler, 1956)">Karl Fischer</a> (Polizist), <a href="Markus_Werba" title="Markus Werba">Markus Werba</a> (Praterausrufer), <a href="Maxi_Blaha" title="Maxi Blaha">Maxi Blaha</a> (Praterbesucherin) und <a href="Kurt_Meisel" title="Kurt Meisel">Kurt Meisel</a> (der das Stück 1963 am Burgtheater inszeniert hatte) als Polizeikonzipist.
</p><p>2000 <a href="Thalia_Theater_(Hamburg)" title="Thalia Theater (Hamburg)">Thalia Theater</a>. Regie: <a href="Michael_Thalheimer" title="Michael Thalheimer">Michael Thalheimer</a>, mit <a href="Peter_Kurth_(Schauspieler)" title="Peter Kurth (Schauspieler)">Peter Kurth</a> (Liliom) und <a href="Fritzi_Haberlandt" title="Fritzi Haberlandt">Fritzi Haberlandt</a> (Julie), Bekannt wurde die Inszenierung auch aufgrund des Zwischenrufs von <a href="Klaus_von_Dohnanyi" title="Klaus von Dohnanyi">Klaus von Dohnanyi</a>: „Das ist doch ein anständiges Stück, das muss man doch nicht so spielen!“
</p>
<dl><dd>„Michael Thalheimer hat Molnárs Rummelplatzklassiker so radikal entschlackt und entschmalzt, dass von all der schönen Prater-Seligkeit, vom <a href="Zuh%C3%A4lterei" title="Zuhälterei">Strizzi</a>- und Dienstmadl-Sentiment rein gar nichts übrig geblieben ist. Statt Romantik gibt es Drastik, statt Tränen Sperma, statt Milieu glatte Wände, statt Budenzauber Piktogramme. Doch das Wunder geschieht: Molnárs ‚Liliom‘ überlebt das Attentat – und wirkt nun so vital, als sei’s ein Stück von Büchner oder Horváth. In der ausgebeinten, um reichlich Text und Personal erleichterten Fassung wird aus der wehseeligen Romanze vom rauflustigen Kirmesausrufer die bitterkalte Tragödie zweier sprachloser Menschenkinder, denen auf Erden wie im Himmel nicht zu helfen ist.“<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></dd></dl>
<p>2005 <a href="Schlossspiele_Kobersdorf" class="mw-redirect" title="Schlossspiele Kobersdorf">Schlossspiele Kobersdorf</a>, Regie: <a href="Michael_Gampe" title="Michael Gampe">Michael Gampe</a> mit <a href="Wolfgang_B%C3%B6ck_(Schauspieler)" title="Wolfgang Böck (Schauspieler)">Wolfgang Böck</a> in der Titelrolle, <a href="Gerti_Drassl" title="Gerti Drassl">Gerti Drassl</a> als Julie und <a href="Peter_Uray" title="Peter Uray">Peter Uray</a> als Konzipist.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>2007 <a href="W%C3%BCrttembergisches_Staatstheater_Stuttgart" class="mw-redirect" title="Württembergisches Staatstheater Stuttgart">Württembergisches Staatstheater Stuttgart</a>, Regie: <a href="Karin_Henkel" title="Karin Henkel">Karin Henkel</a>, mit <a href="Felix_Goeser" title="Felix Goeser">Felix Goeser</a> und <a href="David_B%C3%B6sch" title="David Bösch">David Bösch</a> am Schauspiel Essen mit <a href="G%C3%BCnter_Franzmeier" title="Günter Franzmeier">Günter Franzmeier</a> in der Titelrolle.
</p><p>2008 <a href="Deutsches_Nationaltheater_und_Staatskapelle_Weimar" title="Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar">Deutsche Nationaltheater Weimar</a>. Regie. <a href="Nora_Schlocker" title="Nora Schlocker">Nora Schlocker</a>, mit Jürg Wisbach als Liliom und <a href="Karoline_Herfurth" title="Karoline Herfurth">Karoline Herfurth</a> als Julie.
</p><p>2010 <a href="Schauspielhaus_Graz" title="Schauspielhaus Graz">Schauspielhaus Graz</a>, Regie: <a href="Viktor_Bod%C3%B3" title="Viktor Bodó">Viktor Bodó</a>, mit Jan Thümer (Liliom) und Kata Petö (Julie).
</p><p>2010 <a href="Wiener_Volkstheater" class="mw-redirect" title="Wiener Volkstheater">Wiener Volkstheater</a>, Regie: <a href="Michael_Schottenberg" title="Michael Schottenberg">Michael Schottenberg</a>, mit <a href="Robert_Palfrader" title="Robert Palfrader">Robert Palfrader</a> als Liliom und <a href="Katharina_Stra%C3%9Fer" title="Katharina Straßer">Katharina Straßer</a> als Julie.
</p><p>2013 <a href="Schauspielhaus_Bochum" title="Schauspielhaus Bochum">Schauspielhaus Bochum</a>, Regie: <a href="Christina_Paulhofer" title="Christina Paulhofer">Christina Paulhofer</a>, mit <a href="Florian_Lange" title="Florian Lange">Florian Lange</a> (Liliom) und <a href="Kristina-Maria_Peters" title="Kristina-Maria Peters">Kristina Peters</a> (Julie). Inszenierung mit Autoscootern sowie Akrobaten des Bochumer Kulturhauptstadtprojektes <a href="Urbanatix" title="Urbanatix">Urbanatix</a>.
</p><p>2013/2014 <a href="Burgtheater" title="Burgtheater">Burgtheater</a> Wien, Regie: <a href="Barbara_Frey_(Regisseurin)" title="Barbara Frey (Regisseurin)">Barbara Frey</a>, mit <a href="Nicholas_Ofczarek" title="Nicholas Ofczarek">Nicholas Ofczarek</a> (Liliom), <a href="Katharina_Lorenz" title="Katharina Lorenz">Katharina Lorenz</a> (Julie), <a href="Mavie_H%C3%B6rbiger" title="Mavie Hörbiger">Mavie Hörbiger</a> (Marie) und <a href="Jasna_Fritzi_Bauer" title="Jasna Fritzi Bauer">Jasna Fritzi Bauer</a> (Luise).
</p><p>2019 <a href="Thalia-Theater_(Hamburg)" class="mw-redirect" title="Thalia-Theater (Hamburg)">Thalia-Theater</a>, Hamburg, Koproduktion mit den Salzburger Festspielen (Premiere 17. August 2019), Regie: <a href="Korn%C3%A9l_Mundrucz%C3%B3" title="Kornél Mundruczó">Kornél Mundruczó</a>, mit <a href="J%C3%B6rg_Pohl" title="Jörg Pohl">Jörg Pohl</a> (Liliom), <a href="Maja_Sch%C3%B6ne" title="Maja Schöne">Maja Schöne</a> (Julie), Inszenierung mit Industrierobotern.
</p><p>2024/2025 <a href="Burgtheater" title="Burgtheater">Burgtheater</a> Wien, Regie: <a href="Philipp_St%C3%B6lzl" title="Philipp Stölzl">Philipp Stölzl</a>, Dramaturgie: <a href="Thomas_Jonigk" title="Thomas Jonigk">Thomas Jonigk</a>, Text-Neuübersetzung: <a href="Ter%C3%A9zia_Mora" title="Terézia Mora">Terézia Mora</a>. Erstmalig wurde die Rolle des Liliom mit einer Frau, der österreichischen Schauspielerin <a href="Stefanie_Reinsperger" title="Stefanie Reinsperger">Stefanie Reinsperger</a>, besetzt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Oper">Oper</h3></div>
<p>2016 Staatstheater am Gärtnerplatz München, Musik von Johanna Doderer, Libretto und Regie <a href="Josef_Ernst_K%C3%B6pplinger" title="Josef Ernst Köpplinger">Josef E. Köpplinger</a>, Uraufführung am 4. November 2016 in der <a href="Reithalle_M%C3%BCnchen" class="mw-redirect" title="Reithalle München">Reithalle München</a>. Mit <a href="Daniel_Prohaska" title="Daniel Prohaska">Daniel Prohaska</a> (Liliom), <a href="Camille_Schnoor" title="Camille Schnoor">Camille Schnoor</a> (Julie), <a href="Angelika_Kirchschlager" title="Angelika Kirchschlager">Angelika Kirchschlager</a> (Frau Muskat), Cornelia Zink (Marie), Matija Meić (Ficsur), Katerina Fridland (Luise) und <a href="Dagmar_Hellberg" title="Dagmar Hellberg">Dagmar Hellberg</a>, <a href="Christoph_Seidl_(S%C3%A4nger)" title="Christoph Seidl (Sänger)">Christoph Seidl</a>, <a href="Maximilian_Mayer_(S%C3%A4nger)" title="Maximilian Mayer (Sänger)">Maximilian Mayer</a>, <a href="Erwin_Windegger" title="Erwin Windegger">Erwin Windegger</a>, Tamás Tarjányi sowie Chor, Kinderchor und Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Ballett">Ballett</h3></div>
<p>2011 <a href="Hamburger_Staatsoper" class="mw-redirect" title="Hamburger Staatsoper">Hamburger Staatsoper</a>, <a href="Hamburg_Ballett" title="Hamburg Ballett">Hamburg Ballett</a>, Ballett von <a href="John_Neumeier" title="John Neumeier">John Neumeier</a>
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<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Verfilmungen">Verfilmungen</h3></div>
<ul><li><i>Liliom</i> (Ungarn, 1919) von <a href="Michael_Curtiz" title="Michael Curtiz">Michael Kertesz</a>, Stummfilm (unvollendete, letzte Arbeit Curtiz’ in Ungarn), mit Gyula Csortos, <a href="Ica_von_Lenkeffy" title="Ica von Lenkeffy">Ica von Lenkeffy</a>, Nusi Somogyi, Lajos Réthey, Jeno Viragh, Aladár Sarkadi</li>
<li><i>A Trip to Paradise</i> (USA, 1921) von Maxwell Karger, Stummfilm mit Bert Lytell, <a href="Virginia_Valli" title="Virginia Valli">Virginia Valli</a>, Brinsley Shaw, Eunice Murdock Moore, Victory Bateman, Eva Gordon, Adaption: <a href="Benjamin_Glazer" title="Benjamin Glazer">Benjamin Glazer</a></li>
<li><i>Liliom</i> (USA, 1930) von <a href="Frank_Borzage" title="Frank Borzage">Frank Borzage</a>, mit <a href="Charles_Farrell_(Schauspieler%2C_1901)" title="Charles Farrell (Schauspieler, 1901)">Charles Farrell</a> und <a href="Rose_Hobart" title="Rose Hobart">Rose Hobart</a>, <a href="H._B._Warner" title="H. B. Warner">H. B. Warner</a>, <a href="Estelle_Taylor" title="Estelle Taylor">Estelle Taylor</a>, <a href="Lee_Tracy" title="Lee Tracy">Lee Tracy</a></li>
<li><i><a href="Liliom_(1934)" title="Liliom (1934)">Liliom</a></i> (Frankreich, 1934) von <a href="Fritz_Lang" title="Fritz Lang">Fritz Lang</a>, mit <a href="Charles_Boyer" title="Charles Boyer">Charles Boyer</a>, <a href="Madeleine_Ozeray" title="Madeleine Ozeray">Madeleine Ozeray</a>, Florelle, Pierre Alcover, <a href="Antonin_Artaud" title="Antonin Artaud">Antonin Artaud</a> in einer Nebenrolle als Scherenschleifer, produziert von <a href="Erich_Pommer" title="Erich Pommer">Erich Pommer</a></li>
<li><i><a href="Karussell_(1956)" title="Karussell (1956)">Karussell</a></i> (OT: <i>Carousel</i>, USA 1956), von <a href="Henry_King" title="Henry King">Henry King</a>, Verfilmung des <a href="Carousel_(Musical)" title="Carousel (Musical)">gleichnamigen Musicals</a> nach Liliom, mit <a href="Gordon_MacRae" title="Gordon MacRae">Gordon MacRae</a>, <a href="Shirley_Jones" title="Shirley Jones">Shirley Jones</a>, <a href="Cameron_Mitchell" title="Cameron Mitchell">Cameron Mitchell</a>, <a href="Barbara_Ruick" title="Barbara Ruick">Barbara Ruick</a>, Claramae Turner</li>
<li><i>Liliom</i> (Österreich, 1963) Fernsehaufzeichnung des Wiener <a href="Burgtheater" title="Burgtheater">Burgtheaters</a> Regie: <a href="Kurt_Meisel" title="Kurt Meisel">Kurt Meisel</a>, mit <a href="Josef_Meinrad" title="Josef Meinrad">Josef Meinrad</a>, <a href="Inge_Konradi" title="Inge Konradi">Inge Konradi</a>, <a href="Lotte_Ledl" title="Lotte Ledl">Lotte Ledl</a>, <a href="Susi_Nicoletti" title="Susi Nicoletti">Susi Nicoletti</a>, <a href="Lilly_Karoly" title="Lilly Karoly">Lilly Karoly</a>, <a href="Otto_Kerry" title="Otto Kerry">Otto Kerry</a>, <a href="Michael_Janisch" title="Michael Janisch">Michael Janisch</a>, <a href="Hans_Moser" title="Hans Moser">Hans Moser</a></li>
<li><i>Liliom</i> (Österreich/Deutschland, 1971) Fernsehfilm von <a href="Otto_Schenk" title="Otto Schenk">Otto Schenk</a>, mit <a href="Helmuth_Lohner" title="Helmuth Lohner">Helmuth Lohner</a>, <a href="Gertraud_Jesserer" title="Gertraud Jesserer">Gertraud Jesserer</a>, <a href="Hilde_Krahl" title="Hilde Krahl">Hilde Krahl</a>, <a href="Silvia_Lukan" class="mw-redirect" title="Silvia Lukan">Silvia Lukan</a>, <a href="Adrienne_Gessner" title="Adrienne Gessner">Adrienne Gessner</a>, <a href="Michael_Janisch" title="Michael Janisch">Michael Janisch</a>, <a href="Christine_B%C3%B6hm" title="Christine Böhm">Christine Böhm</a>, <a href="Hans_Thimig" title="Hans Thimig">Hans Thimig</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Hörspiele"><span id="H.C3.B6rspiele"></span>Hörspiele</h2></div>
<ul><li>1927: <i>Liliom</i> – Regie: <a href="Hans_Flesch" title="Hans Flesch">Hans Flesch</a>, mit Georg Lengbach (Liliom) (<a href="Hessischer_Rundfunk" title="Hessischer Rundfunk">Südwestdeutscher Rundfunkdienst AG (SÜWRAG)</a>)</li>
<li>1928: <i>Liliom</i> – Regie: Franz Joseph Engel, mit Viktor Heinz-Fuchs (Liliom) und Vera Spahr (Julie) (<a href="Schlesische_Funkstunde" title="Schlesische Funkstunde">Schlesische Funkstunde</a>)</li>
<li>1946: <i>Liliom</i> – Regie: <a href="Cl%C3%A4re_Schimmel" title="Cläre Schimmel">Cläre Schimmel</a>, mit Manuel Collado (Liliom) und Anne Andresen (Julika) (<a href="S%C3%BCddeutscher_Rundfunk" title="Süddeutscher Rundfunk">Radio Stuttgart</a>)</li>
<li>1946: <i>Liliom</i> – Bearbeitung und Regie: Heinz Thiele (<a href="Bayerischer_Rundfunk" title="Bayerischer Rundfunk">Radio München</a>)</li>
<li>1946: <i>Liliom</i> – Bearbeitung und Regie?: Karlheinz Schilling (<a href="Hessischer_Rundfunk" title="Hessischer Rundfunk">Radio Frankfurt</a>)</li>
<li>1949: <i>Liliom</i> – Regie: Anton Lehmann (<a href="Rot-Wei%C3%9F-Rot_(Sender)" title="Rot-Weiß-Rot (Sender)">RWR Wien</a>)</li>
<li>1952: <i>Liliom</i> (<a href="%C3%96sterreichischer_Rundfunk" title="Österreichischer Rundfunk">ORF Wien</a>)</li>
<li>1956: <i>Liliom</i> – Bearbeitung und Regie: Peter Glas, mit <a href="Erich_Auer_(Schauspieler)" title="Erich Auer (Schauspieler)">Erich Auer</a> (Liliom) und <a href="Heidemarie_Hatheyer" title="Heidemarie Hatheyer">Heidemarie Hatheyer</a> (Julie) (<a href="Bayerischer_Rundfunk" title="Bayerischer Rundfunk">BR</a>)</li>
<li>1956: <i>Liliom</i> – Regie: Erich Schuler, mit Eduard Cossovel und <a href="Ingrid_Burkhard" title="Ingrid Burkhard">Ingrid Burkhard</a> (ORF Oberösterreich)</li>
<li>1970: <i>Liliom</i> – Regie: Julius Filip, mit <a href="Michael_Janisch" title="Michael Janisch">Michael Janisch</a> (Liliom) und <a href="Martha_Wallner" title="Martha Wallner">Martha Wallner</a> (Julie) (ORF Wien)</li>
<li>1980: <i>Liliom</i> – Bearbeitung und Regie: <a href="Klaus_Gmeiner" title="Klaus Gmeiner">Klaus Gmeiner</a>, mit <a href="Helmut_Lohner" class="mw-redirect" title="Helmut Lohner">Helmut Lohner</a> (Liliom) und <a href="Christine_Ostermayer" title="Christine Ostermayer">Christine Ostermayer</a> (Julie) (ORF Salzburg/<a href="Sender_Freies_Berlin" title="Sender Freies Berlin">SFB</a>)</li>
<li>1984: <i>Liliom</i> – Regie: <a href="Peter_Groeger" title="Peter Groeger">Peter Groeger</a>, mit <a href="Wolfgang_Winkler_(Schauspieler)" title="Wolfgang Winkler (Schauspieler)">Wolfgang Winkler</a> (Liliom) und <a href="Doris_Otto-Franke" title="Doris Otto-Franke">Doris Otto-Franke</a> (Julie) (<a href="Rundfunk_der_DDR" title="Rundfunk der DDR">Rundfunk der DDR</a>)</li></ul>
<p><small>Quellen: ARD-Hörspieldatenbank und Ö1-Hörspieldatenbank</small>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Rezensionen_und_Texte">Rezensionen und Texte</h2></div>
<p><a href="Friedrich_Luft" title="Friedrich Luft">Friedrich Luft</a>, 27. April 1946
</p>
<dl><dd><i>„Es ist eines der großen Erfolgsstücke in New York, in Wien, in Budapest, in München, in Hamburg - weiß der Himmel, wo Liliom überall auf die Bretter gekommen ist. Und immer im Kleid der Umgebung. Immer im Jargon des Aufführungsortes. Für Berlin macht Hans Albers die Melodie. Wenn er seinem herrlichen gottvergessenen Mundwerk freien Lauf läßt und ihm die Zunge unter der Nase durchgeht, jauchzt das genießende Parkett.“</i><sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></dd></dl>
<p><a href="Otto_F._Beer" title="Otto F. Beer">Otto F. Beer</a>, 1979
</p>
<dl><dd><i>„Ohne Zweifel ist Liliom so poetisch wie kein anderes seiner (Molnars) Bühnenwerke, jedenfalls hat es eine fruchtbare Zusammenarbeit gezeitigt zwischen dem großen Bühnenzauberer Molnar und dem großen Wortkünstler Alfred Polgar. Denn dieser hat Liliom ins Deutsche übersetzt und ihm eine Wortgestalt gegeben, die für das Überleben dieser 'Vorstadtlegende' auf deutschen Bühnen in hohem Grade verantwortlich war“</i></dd></dl>
<p><a href="Alfred_Kerr" title="Alfred Kerr">Alfred Kerr</a>, 1917
</p>
<dl><dd><i>„Wie in einem Meisterwerk, das erschüttert, am stärksten Punkt eine Spur von Kitsch lebt, so lebt hier inmitten des Kitsches ein Geniezug.“</i><sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></dd></dl>
<p><a href="Alfred_Polgar" title="Alfred Polgar">Alfred Polgar</a>:
</p>
<dl><dd><i>„‚Liliom‘ ist Franz Molnárs ‚gutes Werk‘, das für den armen literarischen Sünder zeugen wird vor dem Richter, der über Leben oder Tod nach dem Tode bestimmt. Liliom, der Strolch, versucht einen Raubmord. Weil er für sein noch ungeborenes Kind Geld schaffen will. Er gehorcht der Liebe. Aber nicht der Liebe als sanftem Zauber, sondern der Liebe als unentrinnbarem Naturgesetz. Es ist das Schöne an dieser gefühlvollen Dichtung, daß sie Gefühl entpathetisiert. Gut und Böse sind hier nicht sittliche Kategorien, sondern: Kräfte. Unablenkbar wie die ewigen Sterne, bestimmen sie, formen des Menschen Schicksal und bauen seine innere Welt. Liebe ist ein Gegebenes, gleich etwa der Schwere oder der Zentrifugalkraft. Von der Gewalt ihres Befehlens spricht Molnárs Vorstadtlegende … das Rührende des ihr Gehorchens ist nur (weit wertloseres) dichterisches Nebenprodukt.<br>Die Gefühls-Ebene des Werkes ist durch eine Linie gelegt, in der Brutalität und Zartheit einander schneiden. Dort kann es geschehen, daß Prügel nicht schmerzen und daß eine Welle von Güte einen Mordplan hochschwemmt. Dieses Irrationelle des Herzens – an einem einfachsten Menschentyp in einem einfachsten Beispiel aufgezeigt – gibt dem Spiel seine höhere Ratio. Die Berliner Kritik hat das Stück hochnäsig behandelt, weil es nicht so langweilig, humorlos und verschwitzt ist wie die ihr attachierte Dramatik, deren pathetischer Bockmist längst zu üblem Staub zerfallen sein wird, wenn über Lilioms Erden- und Himmelswandel Menschen noch lachen und weinen werden. Ich bin an der Formulierung des deutschen ‚Liliom‘-Textes beteiligt, liebe das Stück trotzdem, fühle mich befangen und bin, hat die Berliner Kritik recht, mit ganzem Herzen auf Seite des Unrechts. In ‚Liliom‘ ist dichterischer Same, in schwarze, fruchtbare Theatererde gesenkt, zu farbiger Blüte aufgegangen. Ihren feinen Duft kann das bißchen Budapester Kraut, das aus jener mit heraufgedieh – c’est la nature! –, nicht verdecken. Luft und Licht ist in diesem schwerlosen Spiel, seine mit witzigster Akribie geformten Figürchen haben Gesicht und Atem, seine kleine Welt kreist nach ihrem Gesetz und lobt den Schöpfer.“</i><sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></dd></dl>
<p><a href="Felix_Salten" title="Felix Salten">Felix Salten</a>, 1921:
</p>
<dl><dd><i>„An all den geistreichen Komödien Molnárs, an den vielen klug gesehenen und geschickt ‚erwischten‘ Menschen, die er über die Szene treibt, an der dialektischen Kurve seiner Dialoge hat man immer das eine ziemlich stark gespürt: Budapest. Man spürte es auch in seinem persönlichen Wesen, so oft es durch seine Werke hindurchpulsierte. In einem noch höheren Grade spürt man es an seiner Vorstadtlegende ‚Liliom‘. Aber man spürt es angenehmer – besser. Es ist eine von seinen früheren Arbeiten und es ist eine von seinen besten. Jugend ist darin, Frische, und ein starkes Wurzeln im heimatlichen Boden. Auch die ganze, merkwürdige Art dieses Talentes, öffnet sich schon in ‚Liliom‘. Die besondere Mischung der Molnárschen Fähigkeiten. Seine Neigung zum <a href="Capriccio" title="Capriccio">Capriccio</a>, seine Lust am Barocken. Sein Ausgleiten ins Unwirkliche. Sein Hang, sich im Phantastischen zu ergehen, ohne dabei eigentliche Phantasie zu besitzen. Vor allem aber seine merkwürdige, dramatische Schlagkraft, die immer ein wenig in Ironie getaucht ist, und sich mit dieser Ironie davor schützt, banal zu erscheinen. Die Komödie Lilioms, des Hutschenschleuderers, des Plattenbruders, der im Stadtwäldchen draußen die Dienstmädchen karessiert, der aus Unkenntnis des Lebens zum Verbrecher, aus Scham vor der Geliebten und vor dem noch ungeborenen Kind zum Selbstmörder wird, der dann in ein besseres Jenseits kommt, in eines, wie sein armes Gehirn sichs ausmalt, ein Jenseits mit Polizeiwachstube und dergleichen, der dann zur Erde wiederkehrt, im Fegefeuer gesänftigt, aber nicht verändert, und dennoch die Kraft hat, seine Hinterbliebenen im Tiefsten zu versöhnen, diese Liliom-Komödie, die halb an einer wohlbekannten, trefflich geschilderten Erde haftet, halb in einem phantasiearmen Himmel schwebt, enthält schon den ganzen Franz Molnár.<br>Mit Ironie und doch mit Wohlwollen sind diese kleinen Leute aus der Tiefe des Volkes angeschaut. Wenn man diese Dienstmädchen vor sich sieht, wie Molnár sie auf die Bühne bringt, dann merkt man, daß er sie vermittels einer seiner stärksten Eigenschaften verstehen gelernt hat: durch seine Sinnlichkeit. Dieser Instinkt erschließt seinem dichterischen Erkennen den Weg zu solch einfachen Geschöpfen. Der sieht, wie sie gutmütig und einfach, und demütig, und selbst im Fallen noch unschuldig sind. Sieht ihr stilles Leiden und ihre Tapferkeit. Wie sie berauscht sind von ihrer Tugend und willenlos ergeben in ihr Schicksal. Er hat ein ironisches Lächeln für diese armen Geschöpfe, aber dabei sehr viel Zuneigung und sehr viel Güte. Er hat in seiner Komödie ein künstlerisch starkes Erfassen volkstümlicher Gestalten. Er sentimentalisiert sie nicht, aber er zeigt ihre Kompliziertheit mit meisterhaften Griffen. Er läßt sie bedeckt vom Staub der Armut, vom Schmutz des Lasters vor uns erscheinen. Aber unversehens, in irgend einem Moment, bläst er den Staub von ihnen fort, und da leuchtet uns eine echte, ja eine reine Menschlichkeit ergreifend entgegen. Dieser Liliom, der im Stadtwäldchen draußen von den Budenbesitzern als Ausrufer gemietet wird, weil er die Frauenzimmer anlockt, dieser Bursche, der in seinem ganzen Äußeren ein Taugenichts ist; hat doch in seinem Wesen nichts vom Verbrecher und vom schlechten Kerl. Er ist in die Irre gegangen, ist ein Verlaufener, hat vom Dasein nie etwas anderes kennen gelernt, als Schaubuden, Hutschen, Ringelspiele, Leierkästen und Weiber, die ihm ihr Geld und ihre Zärtlichkeit schenken. Er hat keine Ahnung von dieser Welt, und er gleicht darin manchen Figuren von Gorki, gleicht darin dem Nikita aus <a href="Lew_Nikolajewitsch_Tolstoi" title="Lew Nikolajewitsch Tolstoi">Tolstois</a> <a href="Macht_der_Finsternis" class="mw-redirect" title="Macht der Finsternis">Macht der Finsternis</a>, daß er ein Kind ist. Die russischen Vorbilder Molnárs werden an dieser Gestalt am deutlichsten sichtbar. Aber seine eigene Art setzt er in diesem Charakter auch wieder am kräftigsten durch. Es ist hübsch, wie Lilioms Herbheit sich nicht bändigen läßt. Er kann nicht gezähmt werden. Sein Gefühl verbirgt er ganz tief in seiner Brust, gibt noch im himmlischen Polizeiamt dreiste Antworten, leugnet nichts so heftig, wie die Liebe und die Reue, die er empfindet, und ist selbst nach sechzehnjährigem Fegfeuer noch so wenig in seiner Art gewandelt, daß er zur Erde für eine Stunde heimgekehrt, nach seiner Tochter schlägt, der er doch etwas Schönes erweisen wollte. Trotzdem hat er ihr, hat seiner einstigen Gefährtin etwas Schönes erwiesen. Die Frau, die er einst mißhandelt hat, erfährt nun, daß man geschlagen werden kann, ohne Schmerzen zu empfinden. Eine Weisheit der Liebe. Molnár vermag es, seine Gestalten in eine interessante Perspektive zu richten, wenn es auch manchmal, wie in den letzten Bilder von ‚Liliom‘, nicht die Molnár-Perspektive ist, sondern mehr an Anatol France erinnert. Er hat in diesem Stück eine große Kunst der Atmosphäre, er hat soziales Empfinden. Und: Talent, Talent, Talent.“</i><sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></dd></dl>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><i>„Liliom“ – Der Verfasser über sein Stück</i> (Franz Molnár); anlässlich der „Liliom“-Uraufführung am 7. Dezember 1909 im Budapester Vígszínház Theater wurde Franz Molnár von dem Theatertageblatt „Magyar Szinpad“ („Ungarische Bühne“) aufgefordert, eine Vorankündigung zu „Liliom“ in der bewährten Rubrik „Der Autor über sein Stück“ zu schreiben. (aus dem Ungarischen von Andrea Seidler), Burgtheater Wien, Programmbuch 1993</li>
<li><i>Liliom</i> (<a href="Felix_Salten" title="Felix Salten">Felix Salten</a>); aus: Schauen und Spielen, 2. Band; Wila-Verlag, Wien/Leipzig 1921</li>
<li><i>Franz Molnar – Liliom</i> (<a href="Alfred_Polgar" title="Alfred Polgar">Alfred Polgar</a>); aus: Kleine Schriften, Band 5 (herausgegeben von <a href="Marcel_Reich-Ranicki" title="Marcel Reich-Ranicki">Marcel Reich-Ranicki</a> in Zusammenarbeit mit <a href="Ulrich_Weinzierl" title="Ulrich Weinzierl">Ulrich Weinzierl</a>); Rowohlt-Verlag, Reinbek bei Hamburg 1985.</li></ul>
<p><b>Werke Molnárs mit Beziehung zu „Liliom“:</b>
</p>
<ul><li><i>Der Zauberer und das kleine Dienstmädchen</i>, in: Kis hármaskönyv (Drei in einem), Erzählungen (aus dem Ungarischen von Andrea Seidler). Franklin-Társulat, Budapest 1914</li>
<li><i>Epilog zu einem Selbstmordversuch</i>, in: Ferenc Molnár, der lachende Magier – Satiren, Anekdoten, Humoresken (hg. von Sandor Ujváry). Interbook-Vaduz, München 1965</li>
<li><i>Schlummermärchen</i>, in: Des Zuckerbäckers Goldene Krone, Novellen. Deutsch-Österreichischer Verlag, Wien/Leipzig 1913</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Zitiert nach: Burgtheater Wien, Programmbuch zu <i>Liliom</i>, 1993, herausgegeben von <a href="Paulus_Manker" title="Paulus Manker">Paulus Manker</a>, aus dem Ungarischen von Andrea Seidler</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Vom Schauspiel zum Musical</i> (Karin Dietrich); aus <i><a href="Carousel_(Musical)" title="Carousel (Musical)">Carousel</a></i>, Programmheft, herausgegeben vom Staatstheater Darmstadt, Darmstadt, 2008</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Henning Rischbieter: „Missverstandenes Melodram“. <a href="Die_Zeit" title="Die Zeit">Die Zeit</a>, 8. Dezember 1972.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Homepage Theater am Meer: <a rel="nofollow" class="external free" href="http://www.theater-am-meer.de/das-archiv/1980er-jahre/397-liliom">http://www.theater-am-meer.de/das-archiv/1980er-jahre/397-liliom</a></span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Die Zeit. Zitiert nach <a rel="nofollow" class="external free" href="http://www.musical-lounge.de/index.php?id=1663">http://www.musical-lounge.de/index.php?id=1663</a><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://IABotdeadurl.invalid/http://www.musical-lounge.de/index.php?id=1663">@1</a></span><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.musical-lounge.de/index.php?id=1663">@2</a></span><span style="display:none">Vorlage:Toter Link/www.musical-lounge.de</span> <small>(Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2019. <a rel="nofollow" class="external text" href="http://timetravel.mementoweb.org/list/2010/http://www.musical-lounge.de/index.php?id=1663">Suche in Webarchiven</a>)</small> <small class="archiv-bot"><span class="wp_boppel noviewer" aria-hidden="true" role="presentation"><span typeof="mw:File"><span title="i"></span></span></span> <b>Info:</b> Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</small></span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Homepage Schloss-Spiele Kobersdorf: <a rel="nofollow" class="external free" href="http://www.kobersdorf.at/">http://www.kobersdorf.at/</a></span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Friedrich Luft: <i>Stimme der Kritik: Berliner Theater seit 1945</i>. Friedrich, Berlin 1965, S. 49.</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Alfred Kerr: <i>Gesammelte Schriften: Das Neue Drama. Bd. 2.</i> S. Fischer, Berlin 1917, S. 272.</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text"><i><a href="Die_Weltb%C3%BChne" title="Die Weltbühne">Die Weltbühne</a></i>. NA Berlin 1978, 1. Aufl. Weltbühnenverlag, Charlottenburg 1933, S. 147.</span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Georg Kövary: <i>Der Dramatiker Franz Molnár.</i> Wagner - Universitätsverlag, Innsbruck 1984, S. 47f ISBN 3-7030-0141-0.</span>
</li>
</ol>
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